Was kostet es eigentlich, nicht inklusiv zu sein?

Wir sprechen häufig darüber, was Inklusion kostet.
Eine Rampe.
Einen Aufzug.
Barrierefreie Toiletten.
Assistenz.
Barrierefreie Informationen.
Gut erreichbare Angebote.
Und ja: Inklusion kostet Geld.
Aber vielleicht lohnt es sich, die Frage einmal umzudrehen:
Was kostet es, wenn wir an Inklusion sparen?
Wenn Menschen nicht selbstständig unterwegs sein können.
Wenn sie nicht arbeiten können, obwohl sie es möchten.
Wenn Freizeitangebote nicht zugänglich sind.
Wenn Familien zusätzliche Belastungen tragen müssen.
Wenn Menschen immer wieder auf Hilfe angewiesen sind, obwohl Teilhabe möglich wäre.
Und es geht nicht nur um Geld.
Es geht auch um Zeit.
Um Aufmerksamkeit.
Um Engagement.
Um die Bereitschaft, Dinge anders zu denken.
Doch auch das ist eine Frage von Ressourcen.
Wer jeden Tag darum kämpfen muss, finanziell über die Runden zu kommen, wer unter Personalmangel arbeitet oder selbst kaum Zeit und Kraft hat, kann nicht unbegrenzt zusätzliche Verantwortung übernehmen.
Deshalb ist Inklusion nicht nur eine Frage der persönlichen Haltung.
Sie ist auch eine gesellschaftliche Entscheidung.
Wofür stellen wir Geld bereit?
Wofür schaffen wir Zeit?
Wen nehmen wir mit?
Denn vielleicht sollten wir nicht nur fragen:
„Was kostet Inklusion?“
Sondern:
„Was ist uns eine Gesellschaft wert, in der alle Menschen teilhaben können?“
💜 Menschlichkeit zeigt sich nicht nur darin, dass wir helfen wollen.
Sie zeigt sich auch darin, welche Rahmenbedingungen wir schaffen, damit Unterstützung dort zur Verfügung steht, wo sie gebraucht wird, aber niemand auf Hilfe angewiesen sein muss, um dazugehören zu können.