Als Kinder waren wir auf Hilfe angewiesen. Wir mussten vieles erst lernen, konnten nicht alles allein und brauchten Menschen, die uns unterstützt haben.
Und mit zunehmendem Alter kann es wieder so werden: Vielleicht werden Wege beschwerlicher, Sinne lassen nach, manches geht nicht mehr ohne Unterstützung. Vielleicht sind wir irgendwann auf andere Menschen oder Hilfsmittel angewiesen.
Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Denn der Mensch ist kein Einzelgänger. Wir sind soziale Wesen. Wir brauchen andere Menschen, Gemeinschaft, Nähe und gegenseitige Unterstützung. Wir leben miteinander – und wir sind füreinander da.
Trotzdem begegnen wir Menschen mit Behinderungen oft mit einer Haltung, als wäre ihre Lebenswirklichkeit etwas völlig Fremdes – etwas, das nur sie betrifft.
Dabei geht es um etwas, das uns alle angeht: Wie wollen wir miteinander leben? Wie viel Raum geben wir einander? Wie selbstverständlich ermöglichen wir Unterstützung, Teilhabe und ein Leben nach den eigenen Vorstellungen?
Inklusion ist deshalb kein Thema, das nur eine bestimmte Gruppe betrifft. Sie ist eine Aufgabe für uns alle. Heute, morgen und in jeder Lebensphase.
Eine Gesellschaft, in der alle dazugehören und selbstbestimmt leben können, ist eine Gesellschaft, in der wir alle gut leben und alt werden können.


